Distel geöffnet

O wie Offenheit

Sich öffnen. Eine Tür öffnet sich, eine Möglichkeit eröffnet sich. Blumen öffnen ihre Blüte. Offen sein. Offen nach innen und nach außen. 

Vielleicht ist Offenheit am Schnittpunkt von innen und außen zu Hause?

Offen sein, heißt beweglich sein, innerlich und äußerlich. Möglichkeiten zulassen. Veränderungen willkommen heißen. Sich dem Leben anvertrauen.

Neugierig sein, auf neue Öffnungen, Eröffnungen, Offenbarungen?

Offen sein, heißt schauen können, zuhören können, hören können. Heißt, den geschlossenen Kreis öffnen, weiten, den schon längst beschlossenen Gedankenkreis und die ausschließliche Überzeugung. 

Offen sein, heißt sich anderen und auch sich selbst immer wieder mit wachen Augen zuzuwenden. Bereit, Neues zu entdecken, Wahrheiten von gestern in Frage zu stellen. Offenheit bleibt flexibel und erstarrt nicht im Wissen “wie es ist“. 

Offenheit, wie eine offene Tür, ein offenes Fenster, ein offener Blick, ein offenes Ohr, ein offenes Herz, ein aufmerksamer Mensch. 

Offenheit heißt, Zeit haben, sich Zeit nehmen, Zeit schenken. Heißt, sich auf den Weg machen durch Worte, Bücher, Wissenschaft, Kunst und Musik; durch die Stadt, das Land, die Welt — wie es jeder am liebsten mag.

Offenheit bringt Licht in Enge und eröffnet Ausblicke, Einblicke, Lichtblicke, neue Wege.

Bin ich offen für mich, in dem, wie ich bin auf tiefstem Grund? Was gibt es da zu erforschen und zu finden an Sosein und Anderssein vielleicht, das offen bejaht werden möchte? 

Offenheit ist Nichtverborgenheit, birgt Verletzlichkeit — entbirgt ins Offene. Wer offen ist, ist greifbar und damit angreifbar. Verschlossenheit verheißt, vor Verletzungen zu schützen; doch jede Verbundenheit ist dann nur eine äußere, von Hülle zu Hülle. Inneres bleibt gehütetes Geheimnis. Und innen bleibt Einsamkeit. 

Offenheit, in eine Durchsichtigkeit, Klarheit? Und Offenheit — wohin? Was wartet in der Tiefe der Öffnung?

Was wartet in unbekannter Weite? Offenheit will gewagt werden und ist nichts für Feiglinge. Offenheit braucht Mut. Ja, Offenbarungen können verbinden und trennen. Ich denke, Offenheit tut gut.

 

Ich kann offen und hoffen nur zusammen denken.

So schrieb ich vor Jahren in einem Gedicht:

„Ich lasse Tür und Fenster hoffen,

für den Schatten

leises Licht“

So wünsche ich Ihnen Offenheit und leises Licht! Lassen Sie uns ins Offene denken und hoffen!

 

Ihre Giselheid Schulz-Ëberlin

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