Handtascheninnenleben von Giselheid Schulz-Ëberlin

R wie Realität

Was ist real? Die gemeinsame Alltagserfahrung der Menschen? Ich denke, also bin ich? 

Ich denke an den Begriff des „Egotunnels“ von Thomas Metzinger. Ich denke an eine Aussage von Heinz von Foerster: „Realität, wo haben Sie die denn her?“. 

Was ist real? Der Winzigstbalkon, auf dem ich gerade sitze, Teetasse und Schokolade, Stift und Papier? Das sind Dinge, die ich mit meinen Händen berühre, mit meinem Blick erfasse. Gegenstände mit Textur, Geschmack und Geruch.

Wie war das mit dem Rot der Rose, das jeder Mensch einzigartig wahrnimmt? Wie war das mit dem Gefühl, eine Fledermaus zu sein, das auch nur eine Fledermaus von innen kennt – aus der Perspektive der ersten Person, des „Ich“. 

Realität als das Wahrgenommene: Erscheinungen, Gedanken, Emotionen, Erinnerungen.

Der Mensch hat eine plastisches Gehirn, ist ein offenes System dynamischer Selbstorganisation. Er schreibt, konstruiert und überschreibt wieder und wieder seine Wirklichkeit; in seinen Worten, in seinen Erinnerungen. Das Unbewusste sortiert jede neue Information nach „wichtig“ und „unwichtig“, „bekannt“ und „unbekannt“ und vollendet im Vermutungswissen das Schemenhafte. So wie sich auch das Auge an Umrissen, Strukturen, Linien orientiert und dann das Abbild erschafft. 

Wie real sind Ängste, Wünsche, Erfahrungen, Erinnerungen? Epigenetisch tragen wir wohl eine ganze Bibliothek mit uns herum, weitergegeben aus Familie, Vorfahren, Umgebung, Kultur. Dazu vorsprachliches Wissen aus unserer frühen Kinderzeit. Eine Fülle an implizitem Wissen, wie die Welt „ist“. Mit diesen Schablonen zeichnen wir unsere Realität. In ihren Mustern spielt unsere bewusste Wahrnehmung. 

Real ist, was wahrgenommen wird? 

Was nehme ich wahr? Wie nehme ich wahr? Wie nehme ich mich wahr? Wie nehmen mich andere wahr?

Ist real, was eine Wirkung zeigt? Wird Realität an Wirksamkeit gemessen? 

Was bewegt mich? Was möchte ich bewegen – heute? Welche Realität möchte ich erschaffen? Was möchte ich bewirken? 

Was möchten Sie bewirken? – : heute!

 

(Zusatzfrage: Was erkennen Sie auf dem Beitragsphoto? ;-))

 

Herzliche Grüße von Giselheid Schulz-Ëberlin

Autorin & Eigen-Sinn-Coach

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: