handschriftlicher offener Brief an den Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler in Göttingen

Neue Normalität? Nein Danke!

Ein offener Brief an den Göttinger Oberbürgermeister, am 22.06.2020 per E-Mail und als handschriftlicher Brief  gesandt:

Sehr geehrter Herr Köhler,

in der Hoffnung, dass mein offener Brief nicht allein in Ihrem Vorzimmer hängen bleibt, wende ich mich heute erneut an Sie als Oberbürgermeister Göttingens.

Ich wende mich voller Besorgnis an Sie, da ein erhofftes Ende der einschränkenden Maßnahmen im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 immer noch nicht abzusehen ist.

Und ich las, auf der Seite der Bekanntmachungen des Göttinger Rathauses, dass Sie persönlich zum Maskentragen in der Öffentlichkeit aufrufen. Sie fördern und fordern damit eine „neue Normalität“ der „Alltagsmasken“  für die Göttinger Bürger.

Meiner Wahrnehmung nach befördern und erhalten Sie dadurch vor allem eine Atmosphäre der Angst und Unsicherheit in der Bevölkerung. Sie vertiefen die verordnete soziale Distanz hin zu einer Gewohnheit und verstärken das schon vorhandene misstrauische Sich-gegenseitig-Beäugen und Beobachten: Der Mitmensch wird vorrangig  als potentieller Krankheitskeimträger gesehen, als Bedrohung für die je eigene Gesundheit.

Möchten Sie das?

Das Göttinger Gesundheitsamt testet derzeit wie der Teufel ganze Wohnblocks durch. Alle Bewohner, unabhängig davon, ob diese Menschen Krankheitssymptome einer Atemwegserkrankung zeigen oder nicht und unabhängig davon, ob die Menschen diesen Test wünschen oder nicht. In der Folge ziehen allein positive Testergebnisse rigide Quarantänemaßnahmen nach sich.

Sind Ihnen die Sensitivität und Spezifität des verwendeten PCR-Tests bekannt und damit die Grenzen der Aussagekraft dieser Testreihen?

Auf der Webseite des Göttinger Rathauses werden neuerdings ebenfalls positive PCR-Testergebnisse als Synonym benutzt für Infizierte und Erkrankte. 

Halten Sie das für medizinisch korrekt?

Ich nicht. 

Ich erinnere mich, dass die ersten Tests in Göttingen nur bei deutlichen Krankheitssymptomen und ausschließlich auf Empfehlung des Hausarztes der Patienten erfolgte. Die positiven Testergebnisse wurden auf Ihrer Bekanntmachungsseite des Göttinger Rathauses als solche aufgeführt. Es gab die Kategorie der Verdachtsfälle, der stationär behandelten und die Todesfälle mit Angabe des Alters und des Gesundheitszustandes der Menschen zum Zeitpunkt der Erkrankung.

Welchen Zweck verfolgen Sie mit der Änderung der Klassifizierung in Ihren Angaben zum Covid-19- Geschehen?

Soweit ich die Mitteilungen Ihrer Behörde verfolgen kann, befinden sich derzeit weniger als 5 Personen in stationärer Behandlung und seit Zählung der mit SARS-CoV-2 assoziiert Verstorbenen beklagt Göttingen plus Landkreis insgesamt 78 Todesfälle bis heute, den 22. Juni 2020. 

Die Gesamtzahl der bis heute „Infizierten“ beträgt laut Göttinger Bekanntmachungen 1229 Menschen im Landkreis und davon 483 Menschen in Göttingen. Schätze ich die Todesfälle an/mit Corona in etwa gleichem Verhältnis, komme ich auf 30 Verstorbene, die mit SARS-CoV-2 assoziiert gezählt wurden. Etwa 90 Tage läuft bislang die Testung und Erfassung von Erkrankten und Verstorbenen. So starb also ab Mitte März 2020 etwa jeden dritten Tag in Göttingen ein Mensch, der mit SARS-CoV-2 in Verbindung gebracht wurde. Laut Statistischem Bundesamt starben 2019 in Deutschland 936.591 Menschen. Daraus ergibt sich bei 83 Millionen Einwohnern Deutschlands für angenommen 135.000 Göttinger eine Todesfallzahl von 1523 in der Stadt Göttingen im letzten Jahr und daraus eine durchschnittliche Anzahl Sterbefälle von 4 pro Tag. Für den Zeitraum von 90 Tagen wären also darauf basierend durchschnittlich 360 Todesfälle zu erwarten gewesen. 

30 Todesfälle in Verbindung mit SARS-CoV-2 bilden also ein Zwölftel dieser zu erwartenden Todesfälle in Göttingen. 

Beim statistischen Bundesamt liegen derzeit nur die Sterbedaten von Januar bis einschließlich April 2020 für Deutschland vor. Die monatliche Sterberate liegt hier bei durchschnittlich ~83.000 Menschen, im Vorjahr waren es ~82.000 Menschen und im Jahr 2018 starben ~89.000 Menschen in diesem Zeitraum.

Eine alarmierende Übersterblichkeit erkenne ich aus diesen Zahlen nicht.

Wo war und ist Ihr „Killervirus“?

Ich gehe davon aus, dass Ihnen inzwischen bekannt ist, dass die mit positivem SARS-CoV-2-Testergebnis gestorbenen Menschen durchschnittlich mehr als 80 Jahre Lebenszeit erreichten und zudem meist mit gravierenden Vorerkrankungen belastet waren und somit über kein gesundes und abwehrkräftiges Immunsystem verfügten. Sind Ihnen die aktuellen Studien und wissenschaftlichen Erkenntnisse bekannt, nach denen SARS-CoV-2 in seiner Gefährlichkeit in etwa einer Influenza entspricht? 

Falls nicht, lege ich Ihnen dringend ans Herz, sich unter www.mwgfd.de der Internetseite des Vereins der Mediziner und Wissenschaftler für Gesundheit, Freiheit und Demokratie, umfassend in das Thema einzulesen. Ich gehöre ebenfalls zu den 16.000 Unterstützern dieses Vereins.

Und ich frage mich und ich frage Sie, Herr Oberbürgermeister:

Womit begründen Sie hier und heute die anhaltenden Grundrechtseinschränkungen der Göttinger Bürger?

Und ich frage Sie, Herr Köhler, welches Menschenbild tragen Sie in sich, so dass Sie mit den Bürgern in dieser Weise umgehen?

Als mündiger Bürger sehe ich mich in erster und letzter Verantwortung für mein Leben, mein Sterben und meine Gesundheit. 

Als Bürger der BRD schätze ich besonders die Unantastbarkeit meiner Würde, so wie es im Grundgesetz verankert steht.

Doch die im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 erlassenen Gesetze und Maßnahmen nehme ich als Beschädigung meiner Grundrechte wahr – und in keinem vernünftig nachvollziehbaren Verhältnis stehend zu gesundheitlichem Nutzen und den durch Sie und die Regierung in Kauf genommenen Kollateralschäden.

(Haben Sie sich mit dem Gutachten eines Mitarbeiters aus dem Bundesinnenministerium befasst, das dieser in Zusammenarbeit mit namhaften Experten erstellt hat? Schon die Kurzfassung dieser Arbeit gibt einen guten Einblick, falls Ihnen das Lesen der Langfassung zu zeitaufwändig erscheinen sollte. Gern sende ich Ihnen die Kurzfassung des BMI-Leak-Papiers als PDF erneut per E-Mail zu.)

Ich empfinde die aktuelle und andauernde Einschränkung der Grundrechte und die geltenden zusätzlichen Verordnungen als Angriff auf meine Würde, als Versuch der Entmündigung und im wahrsten Sinne Bevormundung.

Empfehlungen der Kontaktreduktion und Hygiene waren zu Jahresbeginn, als das Virus SARS-CoV-2 bekannt wurde, naheliegend und sinnvoll. So hatte ich mich auch gesund selbst gewählt in 14-tägige Quarantäne begeben. Anschließend ging ich wieder aus dem Haus. Die ersten Ergebnisse der Heinsberg-Studie von Professor Streeck lieferten Daten zu Infektionswegen, Infektiosität, Letalität und Immunität von SARS-CoV-2-Erkrankten. 

Damit war dem vermuteten „Killervirus“ der Schrecken genommen und die „Pandemie“ als „Scheinriese“ erkannt.

Doch die politischen Entscheidungsträger verhängten trotzdem eine Einschränkung nach der anderen bis hin zur Maskenpflicht.

Die Entmündigung und Grundrechtsberaubung der Bevölkerung wurde weiter und weiter geführt; meinem Verständnis nach: völlig unverhältnismäßig!

Haben Sie sich je vorgestellt und gefragt: Welcher Spielraum blieb und bleibt einem Menschen, der in der Schafherde der Entmündigten und Bevormundeten nicht mitläuft und dieser Maskenpflicht nicht Folge leistet? – 

Ja, so lebe ich seit Monaten: Ich gehe in kein Geschäft. Ich habe meine Kosmetiktermine abgesagt, Friseur und Zahnarzt auf unbestimmte Zeit verschoben. Ich lasse mir Lebensmittel, Literatur, Drogerieartikel und Kosmetik liefern. Ich verreise nicht. Ich verzichte auf Ausstellungsbesuche und Restaurants. Doch ich gehe täglich mit freiem Gesicht spazieren und sitze seit einigen Tagen gelegentlich nachmittags im Straßencafé.  

An die Normopathologie Ihrer „neuen Normalität“ möchte ich mich nicht gewöhnen. Eine „Normalität“, die schlimmstenfalls auf eine Variante von Orwells „1984“ zusteuert.

Die Einführung von „Neusprech“ haben wir schon: Aus dem „Mundschutz“ wurde die „Alltagsmaske“, ein unnatürlicher 1,5m -„Abstand“ zwischen den Menschen wird mit „Anstand“ assoziiert und „Quarantäne“ mit „Solidarität“. Statt liberaler Meinungsvielfalt herrscht in den Medien und Social Media eine ängstlich-aggressive Engführung mittels moralisierender Schnelletikettierung in „gut“ und „böse“, in „schwarz“ und „weiß“. 

Meine 83-jährige Mutter hat das Empfinden, in die DDR zurückversetzt geworden zu sein. Durch die auch von Ihnen mitzuverantwortenden Grundrechtseinschränkungen und Maßnahmen der amtierenden Politik.

Darunter leidet sie. Das Virus erschreckt sie nicht. Leben und Sterben sind in meiner Familie keine Tabuthemen. Der Endlichkeit unseres Lebens sind wir uns bewußt. Um so kostbarer ist uns die Unantastbarkeit unserer Würde und die Selbstbestimmung über unsere Körper.

Einer Viruserkrankungen beugen wir mit der Stärkung unseres Immunsystems vor. Wir ernähren uns gesund und bewegen uns täglich an frischer Luft. Meine Mutter geht treppauf und treppab und verzichtet auf den Fahrstuhl. Und sie geht zum Gebet zur Widerstandsbewegung gegen die Grundrechtseinschränkungen in den Magdeburger Dom – wie schon 1989.

Und ich wende mich an Sie in diesem offenen Brief mit der dringenden Bitte und Forderung, die Verhältnismäßigkeit der „Corona-Maßnahmen“ zu überprüfen und sie vollständig aufzuheben, jetzt, sofort.

Ich frage Sie: Wovor fürchten Sie sich?

Vor Gesichtsverlust, falls Sie den Fehler eingestehen würden, einen Fehlalarm mitausgerufen zu haben und seine Folgen billigend in Kauf genommen haben?

Was ist Ihnen das Vertrauen der Bürger wert?

Was werden Sie sagen, wenn Sie zur Verantwortung gezogen werden für Ihr politisches Handeln und Unterlassen?

Wollen Sie sich dann auf den Planeten des „Laternenanzünders“ zurückziehen, von dem es in einer Vertonung des „kleinen Prinzen“ heißt:

„Er hat aber Weisung und die befolgt er –

und keine Entgleisung, solange er lebt“?

Wollen Sie das?

 

Mit hoffenden Grüßen

Giselheid Schulz-Ëberlin

Weender Straße 22 in 37073 Göttingen

www.giselheid-schulz-eberlin.de

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